{"id":1850,"date":"2024-03-21T17:16:06","date_gmt":"2024-03-21T17:16:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sahra-damus.de\/wordpress\/?p=1850"},"modified":"2024-06-24T17:17:04","modified_gmt":"2024-06-24T17:17:04","slug":"meine-rede-im-landtag-gesetz-zum-schutz-und-zur-foerderung-der-niederdeutschen-sprache-im-land-brandenburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sahra-damus.de\/wordpress\/meine-rede-im-landtag-gesetz-zum-schutz-und-zur-foerderung-der-niederdeutschen-sprache-im-land-brandenburg\/","title":{"rendered":"Meine Rede im Landtag: Gesetz zum Schutz und zur F\u00f6rderung der niederdeutschen Sprache im Land Brandenburg"},"content":{"rendered":"<p>Kennen Sie den norddeutschen Sprachatlas? Koordiniert von der Universit\u00e4t Kiel und der Viadrina in Frankfurt (Oder) haben 29 Forscher*innen \u00fcber 14 Jahre den niederdeutschen Sprachraum kartiert und 144 Plattsprecherinnen aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hamburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen und eben auch Brandenburg befragt. Zum Beispiel in Gransee, in Neustadt, in Dahme und in Bad Saarow. Seitdem hat er sich als Referenzwerk etabliert.<!--more--><!--noteaser--><br \/>\n&#8211; Es gilt das gesprochene Wort!<\/p>\n<p>Sehr geehrte Frau Pr\u00e4sidentin, liebe Abgeordnete, liebe G\u00e4ste,<\/p>\n<p>kennen Sie den norddeutschen Sprachatlas? Koordiniert von der Universit\u00e4t Kiel und der Viadrina in Frankfurt (Oder) haben 29 Forscher*innen \u00fcber 14 Jahre den niederdeutschen Sprachraum kartiert und 144 Plattsprecherinnen aus Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Hamburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen und eben auch Brandenburg befragt. Zum Beispiel in Gransee, in Neustadt, in Dahme und in Bad Saarow. Seitdem hat er sich als Referenzwerk etabliert.<\/p>\n<p>Das Niederdeutsche ist in Brandenburg stabil, wird aber vor allem als N\u00e4hesprache genutzt, das Hochdeutsche in offiziellen Kontexten. Es hat sich ein so genannter Regiolekt gebildet, eine Art Mischform zwischen Hochdeutsch und Dialekt im Berlin-Brandenburger Raum. Zu Zeiten der Hanse wurde in Brandenburg noch fl\u00e4chendeckend Platt gesprochen. Als sie unterging, litt auch das Ansehen der Sprache und man orientierte sich am Leipziger Sprachgebrauch. Vor allem im l\u00e4ndlichen Raum hielt sich Plattdeutsch aber l\u00e4nger \u2013 und zwar bis heute. Das Institut f\u00fcr niederdeutsche Sprache geht davon aus, dass 3 Prozent der Brandenburger*innen sehr gut und knapp 18 Prozent m\u00e4\u00dfig Niederdeutsch sprechen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bereits seit 1999 erkennen wir es als Regionalsprache an und sch\u00fctzen es mit der Unterzeichnung der Charta der Regional- und Minderheitensprachen des Europarats. 2018 folgte eine Vereinbarung des Landes mit dem Niederdeutsch-Dachverband. 2022 haben wir Niederdeutsch in die Landesverfassung aufgenommen und 2023 in unser Mehrsprachigkeitskonzept.<\/p>\n<p>Nun kommen wir dem neuen Verfassungsauftrag nach und b\u00fcndeln als erstes Bundesland alle Regelungen in einem Gesetz. Der Verein f\u00fcr Niederdeutsch sieht dies als beispielgebend an. Denn andere L\u00e4nder haben verstreute Einzelrege-lungen z.B. im Schulgesetz. Wir \u00fcberf\u00fchren damit auch viele Standards der Charta in Gesetzesform. Dieser systematische Ansatz erm\u00f6glicht es uns, das Niederdeutsche in allen gesellschaftlichen Bereichen im Blick zu haben. Und ja, die Opposition und auch die Sprecher*innengruppe kritisieren, dass das Gesetz nicht mit zus\u00e4tzlichen Mitteln untersetzt ist.<\/p>\n<p>Ich bin aber zuversichtlich, dass die bisherige Projektfinanzierung in den kommenden Jahren Schritt f\u00fcr Schritt ausgeweitet werden kann. Daf\u00fcr ist der Grundstein mit diesem Gesetz nun gelegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie den norddeutschen Sprachatlas? 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