{"id":296,"date":"2020-05-14T14:30:56","date_gmt":"2020-05-14T14:30:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sahra-damus.de\/?p=296"},"modified":"2020-05-15T08:50:55","modified_gmt":"2020-05-15T08:50:55","slug":"duerresommer-2020-notfallplanung-fuer-die-trinkwasserversorgung-gefordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sahra-damus.de\/wordpress\/duerresommer-2020-notfallplanung-fuer-die-trinkwasserversorgung-gefordert\/","title":{"rendered":"D\u00fcrresommer 2020? Notfallplanung f\u00fcr die Trinkwasserversorgung gefordert"},"content":{"rendered":"<p>Die Frankfurter Landtagsabgeordnete Sahra Damus fragte am heutigen Donnerstag die Landesregierung nach einem Notfallplan f\u00fcr das Wasserwerk Briesen. Hintergrund der Frage ist die Bef\u00fcrchtung eines weiteren D\u00fcrresommers und die Tatsache, dass in den s\u00e4chsischen Talsperren aktuell nur 7 Mio. Kubikmeter Wasser zur Verf\u00fcgung steht, um die Abfl\u00fcsse in der Spree zu st\u00fctzen. In den vergangenen Sommern standen die vertraglich vereinbarten 20 Mio. Kubikmeter Wasser zur Verf\u00fcgung, konnten aber den extrem geringen Spreeabfl\u00fcsse und den daraus bedingten sehr hohen Sulfatkonzentrationen im Spreewasser nur bedingt entgegen wirken.<\/p>\n<p>Umweltminister Vogel antwortete, dass der langanhaltenden D\u00fcrre und Niedrigwassersituation schon l\u00e4nger dadurch begegnet wird, dass man im Wassermanagement der Spree von der Suflatsteuerung zur Mengensteuerung umgestellt hat. Dies hatte die l\u00e4nder\u00fcbergreifende Arbeitsgemeinschaft \u201eExtrem\u201c beschlossen. Dar\u00fcber hinaus gilt der Sulfatbewirtschaftungserlass, nach dem das LBGR Ma\u00dfnahmen zur Sicherung der Trinkwasserversorgung pr\u00fcft und gegebenenfalls veranlasst, wenn die dort festgelegten Immissionsrichtwerte von 280 mg\/l am Pegel Neubr\u00fcck \u00fcberschritten werden und dass das LBGR eine Gef\u00e4hrdungsabsch\u00e4tzung in Auftrag gegeben hat.<\/p>\n<p>Sollte das Wasserwerk Briesen nicht mehr wie bisher die Trinkwasserverordnung im Parameter Sulfat einhalten k\u00f6nnen, m\u00fcsse das zust\u00e4ndige Gesundheitsamt vor Ort angemessene Ma\u00dfnahmen pr\u00fcfen und einleiten bzw. anordnen. Dies kann zum Beispiel die Anordnung von Auflagen zur Verwendungseinschr\u00e4nkung und die Anordnung der Bereitstellung von Trinkwasser in Flaschen oder Trinkwasserwagen f\u00fcr die Versorgung von Babys und Menschen mit gesundheitlichen Beeintr\u00e4chtigungen sein. Der Minister bekr\u00e4ftigte, dass das Wasserwerk M\u00fcllrose ert\u00fcchtigt werden muss, um langfristig die Region Frankfurt (Oder) mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.<\/p>\n<p>Sahra Damus kommentiert die Antwort des Ministers wie folgt:<br \/>\n<em>\u201cZun\u00e4chst freue ich mich, dass der Minister bekr\u00e4ftigt hat, dass die Ert\u00fcchtigung des Wasserwerkes M\u00fcllrose f\u00fcr die Landesregierung die pr\u00e4ferierte L\u00f6sung ist f\u00fcr die langfristige Bereitstellung von sauberem Trinkwasser f\u00fcr Frankfurt (Oder) und die Region. F\u00fcr den Fall, dass die Trinkwasserverordnung im Parameter Sulfat in diesem Sommer aufgrund der D\u00fcrre nicht eingehalten werden kann, muss vorab gekl\u00e4rt werden, wer die Kosten f\u00fcr die eventuell angeordnete Bereitstellung von Trinkwasser in Flaschen oder Trinkwasserwagen \u00fcbernimmt. Hier sehe ich die Verursacher der hohen Sulfatwerte in der Spree, die Braunkohlesanierer Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) und die Braunkohlef\u00f6rderer LEAG AG in der Lausitz, in der Pflicht. Ich fordere jedoch die Planung weiterer Notfallma\u00dfnahmen f\u00fcr einen eventuellen D\u00fcrresommer: die Gesundheits\u00e4mter der betroffenen Kreise sollten sich mit dem Landesamt f\u00fcr Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) an einen Tisch setzen.\u201c<\/em><\/p>\n<h3>Hintergrund:<\/h3>\n<p>Wie j\u00fcngst bekannt wurde, stehen in diesem Sommer statt der \u00fcblichen 20 Mio Kubikmeter nur etwa 7 Kubikmeter Wasser aus den s\u00e4chsischen Talsperren und Speichern zur Verf\u00fcgung, um die Abfl\u00fcsse in der Spree zu st\u00fctzen.<br \/>\nIn den vergangenen D\u00fcrresommern sank der Abfluss der Spree auf ein Minimum und bestand zeitweise zu etwa drei Vierteln aus gehobenem Grubenwasser aus den Lausitzer Braunkohletagebauen, welches hohe Mengen Sulfat enth\u00e4lt.<br \/>\nAm 30.10.2019 war eine Gef\u00e4hrdungsabsch\u00e4tzung f\u00fcr\u00a0 das Wasserwerk Briesen bez\u00fcglich des Parameters Sulfat durch das LBGR beauftragt worden. Die Ergebnisse dazu werden im dritten Quartal 2020 erwartet. Auf deren Basis soll ein Ma\u00dfnahmenkatalog erarbeitet werden, der dem LBGR nachfolgend als Entscheidungsgrundlage dienen soll. Demnach werden die Gefahrenabsch\u00e4tzung und m\u00f6gliche Ma\u00dfnahmeempfehlungen f\u00fcr den Umgang mit stark erh\u00f6hten Sulfatwerten in der Spree fr\u00fchestens zum Ende des Sommers bzw. sp\u00e4ter vorliegen.<br \/>\nDas Wasserwerk bezieht sein Rohwasser zum Gro\u00dfteil aus der Spree. Nur durch Verd\u00fcnnung mit Grundwasser kann der Trinkwassergrenzwert im Wasserwerk Briesen eingehalten werden. Wenn es nicht genug sulfatarmes Wasser aus den Speichern f\u00fcr die Beimischung gibt, kann der Enthalt von gro\u00dfen Mengen Sulfat im in die Spree hereinfliegenden Grubenwasser die Trinkwassergewinnung aus dieser Fluss gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Die M\u00fcndliche Frage von Frau Damus finden Sie <a href=\"https:\/\/www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de\/starweb\/LBB\/ELVIS\/parladoku\/w7\/drs\/ab_1200\/1200-0120.pdf\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frankfurter Landtagsabgeordnete Sahra Damus fragte am heutigen Donnerstag die Landesregierung nach einem Notfallplan f\u00fcr das Wasserwerk Briesen. 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