{"id":446,"date":"2020-09-24T17:53:51","date_gmt":"2020-09-24T17:53:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sahra-damus.de\/?p=446"},"modified":"2020-09-24T13:56:57","modified_gmt":"2020-09-24T13:56:57","slug":"rede-zu-antrag-der-fraktion-die-linke-kulturpolitische-strategie-evaluieren-und-ueberarbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sahra-damus.de\/wordpress\/rede-zu-antrag-der-fraktion-die-linke-kulturpolitische-strategie-evaluieren-und-ueberarbeiten\/","title":{"rendered":"Rede zu Antrag der Fraktion DIE LINKE \u201eKulturpolitische Strategie evaluieren und \u00fcberarbeiten\u201c"},"content":{"rendered":"<p>&#8211; Es gilt das gesprochene Wort!<\/p>\n<blockquote><p><em>Sehr geehrte Frau Pr\u00e4sidentin,<\/em><\/p>\n<p><em>Liebe Kolleg*innen,<\/em><\/p>\n<p><em>Werte G\u00e4ste,<\/em><\/p>\n<p><em>auch in der Kultur gilt: Corona sch\u00e4rft den Blick daf\u00fcr, was wir unbedingt erhalten m\u00fcssen und was wir weiterentwickeln sollten. Neben den Lehren aus Corona m\u00fcssen wir auch die aktuellen Herausforderungen unserer Gesellschaft reflektieren: Hass und ein erstarkender Rechtsextremismus, die Klimakrise. Auf der anderen Seite die gewachsene Vielfalt in unserem Land, die vielerorts endlich gestoppte Schrumpfung, der Strukturwandel. Aber auch das Gef\u00fchl des Abgeh\u00e4ngtseins in den Regionen fern von Potsdam und Berlin. Das betrifft auch kulturelle Angebote.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<p><em>Insofern kann ich nachvollziehen, dass die LINKE jetzt diesen Punkt unseres Koalitionsvertrages aufgreift. Aber was mich schon entt\u00e4uscht hat, ist, dass der Antrag inhaltlich d\u00fcnn bleibt. Sie fordern lediglich die Evaluation und die \u00dcberarbeitung. Na selbstverst\u00e4ndlich.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<p><em>Mich h\u00e4tte interessiert, welche inhaltlichen Schwerpunkte Sie sehen? Das finde ich f\u00fcr eine Oppositionsfraktion dann doch entt\u00e4uschend.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich werde jetzt nicht die Strategie im Schnelldurchlauf bewerten. Aber ich habe gerade ausgef\u00fchrt, welche Entwicklungen wir aufgreifen m\u00fcssen. Wenn wir morgen eine neue Kulturstrategie beschlie\u00dfen wollen, m\u00fcssen wir heute daf\u00fcr sorgen, dass die Kultur \u00fcberlebt. Wir brauchen eine krisenfeste Kulturstrategie.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<p><em>Die Corona-Einschr\u00e4nkungen vertragen sich ganz schlecht mit der Freiheit von Kunst und Kultur, und doch sind sie leider n\u00f6tig.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<p><em>Kleine B\u00fchnen, Galerien, K\u00fcnstler*innen, Festivals und Clubs k\u00e4mpfen darum, die Krise zu \u00fcberstehen. Das MWFK hat viele Hebel in Bewegung gesetzt und unterst\u00fctzt unb\u00fcrokratisch und schnell. Ich w\u00fcnsche mir, dass wir die Einzelk\u00fcnstler*innen l\u00e4nger und st\u00e4rker f\u00f6rdern, denn sie z\u00e4hlen zu den besonders Betroffenen. <span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<p><em>Und auch die Clubs und kommerziellen Festivals sind gerade in gro\u00dfer Unsicherheit und gro\u00dfem Zeitdruck. Aber ich bin zuversichtlich, dass das Wirtschaftsministerium jetzt schnell den Kontakt zu den Betroffenen suchen wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Soziokultur im Land muss unbedingt ein zentraler Teil der kulturpolitischen Strategie werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Und lassen Sie mich noch weitere Schlagw\u00f6rter nennen, die f\u00fcr mich in die neue Strategie hineingeh\u00f6ren:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<p><em>Die \u201eFreiheit der Kunst\u201c, die zu Beginn der Strategie erw\u00e4hnt wird, sollten wir genauer ausbuchstabieren angesichts der Angriffe, denen Kunst von antidemokratischen Kr\u00e4ften ausgesetzt ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Mir fehlt in der Strategie auch der Umgang mit Diversit\u00e4t und die F\u00f6rderung von Frauen und Kunst und Kultur, die noch immer unterrepr\u00e4sentiert sind.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir sollten das koloniale Erbe aufarbeiten und hinterfragen, welche Exponate oder welche Namen im \u00f6ffentlichen Raum eine zweifelhafte Vergangenheit haben. Dazu gab es bereits im letzten Jahr eine wegweisende Tagung des Museumsverbands Brandenburg in Branitz.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Aufarbeitung des Unrechts in der DDR und der SBZ bleibt ungebrochen wichtig. Und wir sollten uns 30 Jahre nach der Wende verst\u00e4rkt mit dem kulturellen Erbe der DDR befassen, zu dem wir nun mehr Abstand und einen differenzierten Blick gewonnen haben. Seien es Kunstwerke oder Baudenkm\u00e4ler oder auch die Kunst am Bau und im \u00f6ffentlichen Raum. Ein Ph\u00e4nomen, das zu DDR-Zeiten in gro\u00dfem Umfang entstanden ist, aber heute droht abgerissen zu werden oder hinter W\u00e4rmed\u00e4mmung zu verschwinden.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<p><em>Und ich w\u00fcnsche mir einen Prozess mit breiter Beteiligung bis in das n\u00e4chste Jahr hinein. So k\u00f6nnte die kulturpolitische Strategie 10 Jahre nach ihrer Erstellung fortgeschrieben werden. Und wir k\u00f6nnten die Erfahrungen einflie\u00dfen lassen, die wir in den vergangenen Monaten gemacht haben.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/em><\/p>\n<p><em>Der Antrag leistet dazu jedoch keinen Beitrag, daher lehnen wir ihn ab.<\/em><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Es gilt das gesprochene Wort! 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