{"id":782,"date":"2021-05-19T09:23:00","date_gmt":"2021-05-19T09:23:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sahra-damus.de\/wordpress\/?p=782"},"modified":"2021-05-19T14:51:58","modified_gmt":"2021-05-19T14:51:58","slug":"jetzt-an-morgen-denken-corona-zeigt-keine-zukunft-ohne-wissenschaft-und-forschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sahra-damus.de\/wordpress\/jetzt-an-morgen-denken-corona-zeigt-keine-zukunft-ohne-wissenschaft-und-forschung\/","title":{"rendered":"Jetzt an morgen denken &#8211; Corona zeigt: Keine Zukunft ohne Wissenschaft und Forschung"},"content":{"rendered":"<p>&#8211; Es gilt das gesprochene Wort!<\/p>\n<blockquote><p><em>Sehr geehrte Frau Pr\u00e4sidentin,<span class=\"Apple-converted-space\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-783 alignright\" src=\"https:\/\/www.sahra-damus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/210519-Sahra-AS-IG-FB-Feed-240x300.jpg\" alt=\"\" width=\"165\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/www.sahra-damus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/210519-Sahra-AS-IG-FB-Feed-240x300.jpg 240w, https:\/\/www.sahra-damus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/210519-Sahra-AS-IG-FB-Feed-819x1024.jpg 819w, https:\/\/www.sahra-damus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/210519-Sahra-AS-IG-FB-Feed-768x960.jpg 768w, https:\/\/www.sahra-damus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/210519-Sahra-AS-IG-FB-Feed.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 165px) 100vw, 165px\" \/><br \/>\n<\/span>liebe Kolleg*innen,<span class=\"Apple-converted-space\"><br \/>\n<\/span>werte G\u00e4ste,<\/em><\/p>\n<p><em>Es ist schon eine Weile her, dass im Landtag eine Aktuelle Stunde zur Situation der Wissenschaft stattfand. Das war vor 10 Jahren durch unsere Fraktion, als Marie Luise von Halem vor K\u00fcrzungen im Hochschuletat warnte. Und wo stehen wir heute?<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><em>Mit 8 staatlichen und 6 weiteren privaten und Beh\u00f6rdenhochschulen sowie 31 vom Land gef\u00f6rderten Forschungseinrichtungen sind in nur drei Jahrzehnten viele innovative Wissenschaftsstandorte in Brandenburg entstanden.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir Gr\u00fcnen hatten hier fr\u00fcher oft beklagt, dass Brandenburg sich auf den letzten R\u00e4ngen bei den Hochschulausgaben im L\u00e4ndervergleich befand. Inzwischen haben wir uns langsam nach vorne gek\u00e4mpft.Mit dem Koalitionsvertrag setzen wir die sogenannte \u201eHochschultreppe\u201c fort, d.h. wir erh\u00f6hen die Grundfinanzierung j\u00e4hrlich um 5 Mio. Euro und n\u00e4hern uns damit den anderer L\u00e4ndern an, um unsere Wissenschaft endlich gut auszustatten. In der au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschung haben wir &#8211; auch Dank der ZifoG-Mittel &#8211; die Ausgaben ebenfalls deutlich gesteigert. Aber es wird angesichts der aktuellen Haushaltslage ein Kraftakt sein, auf diesem Weg zu bleiben.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Corona erschwert es uns in allen Bereichen, gen\u00fcgend Mittel im Haushalt bereitzustellen. Und dabei ist es doch gerade Corona, das uns aufzeigt, wie wichtig Wissenschaft und Forschung im Alltag sind.<\/strong> In Brandenburg wurde zwar nicht zu Impfstoffen geforscht, aber fast alle Fachrichtungen befassen sich mit den Auswirkungen von Corona \u2013 auf Kinder und Jugendliche, auf unsere Gesellschaft, auf Kultur, Wirtschaft und Politik.<\/em><\/p>\n<p><em>Auch das Ziel, eine staatliche Hochschulmedizin in Brandenburg zu etablieren, scheint uns jetzt dringender denn je. Medizin ist das zweitteuerste Studienfach. Wie wir diese finanzielle Mammutaufgabe stemmen k\u00f6nnen, wird uns in den kommenden Monaten besch\u00e4ftigen. Gut, dass wir Strukturmittel f\u00fcr die Lausitz daf\u00fcr nutzen k\u00f6nnen. Aber die Finanzierung muss auch nach deren Auslaufen tragf\u00e4hig sein. Laufende Kosten k\u00f6nnen daraus ohnehin nicht bestritten werden. Deshalb ist es so wichtig, das Konzept zusammenzudenken mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg und der Fakult\u00e4t f\u00fcr Gesundheitswissenschaften, an der neben der MHB auch die Uni Potsdam und die BTU beteiligt sind.<\/em><\/p>\n<p><em>Corona hat uns die enge Verbindung von Wissenschaft und Gesellschaft noch einmal sehr praktisch vor Augen gef\u00fchrt: <strong>Dank ihrer hohen Standards, dem st\u00e4ndigen sich gegenseitig hinterfragen der Wissenschaftler*innen, liefert sie uns Grundlagen f\u00fcr politische Entscheidungen.<\/strong> In der Pandemie hie\u00df das oft tats\u00e4chlich: Entscheidungen \u00fcber Leben und Tod. Wenn ein neuartiger Virus auftaucht, beginnt die Forschung erstmal bei null. Es braucht Zeit, um Versuche durchzuf\u00fchren und zu Erkenntnissen zu gelangen: SindT\u00fcrklinken oder Aerosole gef\u00e4hrlich? Helfen Masken oder sind sie kontraproduktiv? Was sind die Pandemietreiber? Wie wirken die Impfstoffe? Was sind psychosoziale Folgen? Was wirkt sich wie auf die Wirtschaft und die Kultur aus? Wie ver\u00e4ndern sich Geschlechterverh\u00e4ltnisse in der Pandemie?<\/em><\/p>\n<p><em>Wir konnten seit \u00fcber einem Jahr Wissenschaft live \u00fcber die Schulter schauen. Hypothesen wurden aufgestellt, wieder verworfen oder best\u00e4tigt. Wissenschaftler*innen rangen untereinander um die besten Theorien, Erkl\u00e4rungen und L\u00f6sungen. Nat\u00fcrlich gibt es dabei auch Fehleinsch\u00e4tzungen. Wissenschaft revidiert sich \u2013 und in der Folge auch die Politik. Fehler finden bedeutet \u2013 Erkenntnissen n\u00e4her kommen. Fehler sind absolut wertvoll in der Wissenschaft. In dieser Zeit, wo politisches Handeln ganz unmittelbar auf druckfrische Forschungsergebnisse angewiesen war, machte das ungeduldig, wirkte verwirrend und manchmal widerspr\u00fcchlich. Aber ohne Wissenschaft m\u00fcssten wir zuschauen, wie die Pandemie w\u00fctet und w\u00fcrden bei ihrer Bek\u00e4mpfung v\u00f6llig im Dunklen tappen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir sollten aus der aktuellen Krise lernen, um uns f\u00fcr zuk\u00fcnftige Krisen zu wappnen, oder besser noch, sie zu verhindern. Ich denke an Krisen innerhalb unserer Gesellschaft, was verhindert Spaltung, soziale Verwerfungen, Gewalt, Kriege, Armut?<\/em><\/p>\n<p><em>Ich denke aber zuallererst an die Klimakrise.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>In der Pandemie mussten wir von heute auf morgen reagieren. In der Klimakrise warnen Wissenschaftler*innen hingegen seit Jahrzehnten, dass wir angesichts der alarmierenden Ergebnisse der Klimaforschung nicht entschlossen genug handeln, ihre Ergebnisse nicht ernst nehmen.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Das Potsdamer Institut f\u00fcr Klimafolgenforschung z\u00e4hlt seit langem zu diesen Stimmen. Das\u00a0ebenfalls in Potsdam ans\u00e4ssige Institut f\u00fcr transformative Nachhaltigkeitsforschung zeigt Entwicklungspfade f\u00fcr zu einer nachhaltigen Gesellschaft auf, gegr\u00fcndet wurde vom ehemaligen Bundesumweltminister Klaus T\u00f6pfer.\u00a0Die Klimakrise ist in Brandenburg bereits sp\u00fcrbar und zwingt uns zum Umdenken. Die Auswirkungen auf unsere W\u00e4lder, die Landwirtschaft und den Wasserhaushalt erforschen die HNE Eberswalde, das ZALF in M\u00fcncheberg, das ATB in Potsdam und die BTU Cottbus-Senftenberg. Die Umwelt\u00f6konomie und die internationale Klimapolitik werden an der Viadrina erforscht. Aus den Strukturwandelmitteln des Bundes k\u00f6nnen wir Forschung f\u00fcr den Umbau von Wirtschaft und Energieversorgung hin zur Klimaneutralit\u00e4t finanzieren. Das gerade er\u00f6ffnete DLR-Institut f\u00fcr CO2-arme Industrieprozesse ist ein sehr gutes Beispiel daf\u00fcr.<\/em><\/p>\n<p><em>Liebe Kolleg*innen, lassen Sie uns aus der einen Krise f\u00fcr die andere Krise lernen. Corona traf uns \u00fcberraschend \u2013 die Klimakrise ist eine Krise mit Ansage. Wir haben also Zeit uns vorzubereiten, leider aber nur noch sehr wenig. Es geht bei Klimapolitik nicht um Parteipolitik, nicht um pers\u00f6nliche Pr\u00e4ferenzen. Es geht um wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse und dringenden Handlungsbedarf. <strong>Lassen Sie uns daher endlich auf die Wissenschaft h\u00f6ren, damit wir die Klimakrise m\u00f6glichst noch verhindern<\/strong>.<\/em><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Es gilt das gesprochene Wort! 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